Tipps aus der ambulanten Pflege - Diakonie

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Tipps aus der ambulanten Pflege

Berichte
Als Dekubitus bezeichnet man ein Druckgeschwür - umgangssprachlich Wundliegen.

Dies ist eine Schädigung der Haut, welche je nach Schweregrad von einer leichten Rötung bis zu einer tiefen wunde geht und zum Absterben von Haut- und Muskelgewebe führen kann. Besonders gefährdet sind Fersen, Zehen, Beckenkamm, Knöchel, Knie, Kreuzbein, Wirbelvorsprünge, Schulteblätter, Ellenbogen, Ohrmuscheln, Schläfenregion und (Hinterkopf).

Die häufigsten Ursachen sind:
  • anhaltender Druck auf bestimmte Körperstellen durch Bettlägerigkeit oder einge-       schränkte Mobilität
  • feuchte Haut z.B. durch Schwitzen oder Inkontinenz
  • Reibungs- und Scherkräfte z.B. durch Herabrutschen im Bett oder auf dem Stuhl
  • schlechter Ernährungszustand z.B. zu geringe Kalorien-, Eiweiß-, Vitamin- und Flüssigkeitsaufnahme.

1. Versuchen Sie möglichst durch viele kleine Bewegungen Ihre Position zu wechseln. Am Tag können Sie z.B. Ihre Füße Hochlagern oder in Ihrer Wohnung verschiedene Lieblingsplätze aufsuchen. Im Bett sollten Sie sich auf verschiedene Seiten drehen. Ihr Pflegedienst erklärt Ihnen gerne geeignete Lagerungsformen.

2. Rollstuhlfahrer haben aufgrund der eingeschränkten Mobilität ein besonders hohes Risiko. Versuchen Sie möglichst oft am Tag zwischen dem Rollstuhl und anderen Sitzgelegenheiten zu wechseln. Eventuell können Sie durch Abstützen auf den Armlehnen Ihre Sitzposition ändern. Vergessen Sie dabei nicht die Bremsen anzuziehen.

3. Setzen Sie bei Bedarf geeignete druckreduzierende Hilfsmittel  ein (z.B. Kissen, Lagerungskeile, spezielle Weichlagerungs- und Wechseldruckmatratzen). Für einige Hilfsmittel übernimmt die Krankenkasse die Kosten.
Als ungeeignet haben sich Schaffelle und Gummiringe herausgestellt. Deren Einsatz sollten Sie vermeiden.

4. Vermeiden Sie durch falsche Lagerungs- und Transfertechniken eine zusätzliche Hautverletzung. Ihr Pflegedienst unterstützt Sie beim Erlernen geeigneter Techniken (z.B. Bobath, Kinästhetik) gerne.

5. Sorgen Sie für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Vergessen sie dabei Obst und Gemüse nicht. Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag.

6. Führen Sie die Hautreinigung mit klarem Wasser und ph-neutralen Zusätzen durch. Vermeiden Sie Pflegemittel wie Melkfett und Franzbranntwein. Diese tragen zur Erhöhung der Dekubitusgefahr bei.

7. Wechseln Sie regelmäßig das Inkontinenzmaterial. Feuchtigkeit trägt zur Hautschädigung und damit zur Entstehung eines Dekubitus bei.

8. Achten Sie bei Angehörigen mit Demenz auf eine Regelmäßige Anregung zur Bewegung.
Mit Hilfe des Fingertestes können Sie relativ einfach selbst das Risiko beurteilen. Durch Druck (z.B. beim Sitzen) entstehen rote Stellen. Wenn Sie kurze Zeit mit dem Finger darauf drücken und die Stelle bleibt nur kurz weiß, ist alles in Ordnung. Bleibt die Stelle rot, besteht ein Dekubitusrisiko.

Wunden sorgfältig behandeln
Auch die Versorgung der Wunde gehört in die Hände von Fachleuten. Sorgfältige Reinigung und feuchte Spezialverbände verbessern die Heilung und verhindern, dass sich Keime in der Wunde ansiedeln.
Schreitet ein Dekubitus fort, können die betroffenen Gewebe- und Hautschichten absterben und tiefe Wunden entstehen, die bis zu den Knochen reichen können. Im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung. Ist in schweren Fällen bereits Gewebe abgestorben, muss ein Arzt dieses entfernen und gegebenenfalls neues einsetzen.
Wer einmal einen Dekubitus hatte, hat auch meist auch in Zukunft ein erhöhtes Risiko dafür. Deswegen gilt es nicht nur die akute Wunde zu versorgen, sondern darüber hinaus die Ursachen anzugehen. Mangelernährte sollten wieder an Körpermasse zulegen. Und ausreichend Bewegung ist ohnehin für jeden empfehlenswert.

Am wichtigsten ist, die betroffene Stelle von Druck zu entlasten. Eine zusätzliche Unterstützung bei der Entlastung stellen spezielle Wechseldruckmatratzen dar. Diese sind in Sanitätshäusern erhältlich. Vor dem Kauf ist wiederum gute Beratung im Fachhandel oder von den Pflegespezialisten unerlässlich. Nicht jede Matratze eignet sich gleich gut für jeden Patienten.

Quelle: https://www.senioren-ratgeber und L.V.H.S. Chemnitz

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü